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"Jede Lösung eines Problems ist ein neues Problem." - Herzlich Willkommen in meinem persönlichen Schutzraum, wo ich Gedanken, Gefühle und unwiderstehlichen Witz gepaart mit klebrigsüßem Charme aufbewahre. Setz dich doch, könnte länger dauern.

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Weihnachtswehmut

Mit zittrigen Fingern führt sie sich den Lippenstift an den Mund und zieht in feinen, vorsichtigen Bewegungen das leichte rosa über ihre Lippen. Sie blickt in den Spiegel und ihre Augen füllen sich mit Tränen, sie tupft sich mit einem Kleenex den Augeninnenwinkel trocken. Sie will perfekt aussehen auch wenn sie sich fühlt, als würde sie von innen aufgefressen. Ein kurzer Blick auf die Uhr verrät ihr, dass sie noch Zeit hat für eine schnelle Zigarette, einen Spritzer Parfüm und ein flüchtiges Lächeln für das, was von ihr übrig geblieben ist. Sie kann sich in letzter Zeit einfach nur noch selbst belächeln. Statt sich zu beeilen blickt sich nochmals zur Uhr und kaut gedankenverloren auf einer ihrer Locken herum. “Ein Glas geht noch.”, denkt sie sich. Ein Glas, dann ist alles taub. Und sie übersteht es. Sie tänzelt mit sanften Schritten aus dem Bad, tanzt einen kleinen Tanz mit den wundervollen Worten von Dean Martin. Sie will keinen Schnee, er macht sie wehmütig. Sie schüttet ein kleines bisschen Likör in ein Champagnerglas und setzt kräftig mit Sekt nach. Die Flüssigkeit perlt im Glas und bekommt eine angenehme rosa Farbe, fast wie ihr Lippenstift. Sie setzt das Glas an ihre Lippen und schluckt in einem Zug den gesamten Inhalt des Glases. Danach tänzelt sie, etwas unsicherer, wieder zurück ins Bad und dreht den Lippenstift aus seiner silbernen Hülse. Wieder zieht sie die Farbe über ihre Lippen, diesmal mit raueren Bewegungen. Sie legt die Hände an den Waschbeckenrand, stüzt sich ab, atmet kurz durch. Kämpft gegen die aufsteigende Übelkeit und das Schwindelgefühl an. “Noch nicht.”, denkt sie sich. Noch nicht.
Sie geht zu ihrer Kommode und wählt einen süßen, schweren Duft. Passend zur Jahreszeit. Passend zu dem Fest, das vor der Tür auf sie wartet. Das nächste Lied passt nicht ins Muster der CD, zwischen Dean Martin und Barry White. “I’m here without you, babe..” summt sie leise vor sich hin und denkt, dass sie wohl eher ohne sich selbst dasteht als ohne irgendwen anderes. Sie gähnt leise, streckt sich kurz und schiebt dann wieder hekitsch ihre Bluse in den Rock. “Lass dir nichts anmerken..” denkt sie. Flüstert es sich selbst zu. “Lass dir den Schmerz nicht anmerken, den Wehmut.” Plötzlich geht die Musik aus, es ist still. Sie kann alles hören, das Knacken während sie innerlich zerbricht. Sie hört all die Stimmen, die ihr zuflüstern. Sie flüstern, sie solle es endlich hinter sich bringen. “Ihr nervt..” seufzt sie leise und schlüpft sanft in ihre hohen Schuhe. Und als sie Tür öffnet – steht sie in sich selbst und wieder am Anfang.


“Wann darf deine Frau wieder raus?” fragt sie, es steigen kleine Atemwölkchen auf während sie diese Worte spricht, mit ihm durch die klirrende Kälte läuft und die Schneeflocken mit ihren Haaren fängt. “Ich weiß es nicht..” antwortet er leise und blickt seine Schwester für einen Moment hilflos an. Dann bleiben sie stehen, sie sind da. Er öffnet die Tür, hält sie für seine Schwester auf. Immer das gleiche Spiel: Sie müssen sich beim Pförtner melden, dieser sperrt etliche Türen und Schlösser auf, bis er bei ihr ist. Als wäre es nötig, sie einzusperren. Sie bewegt sich ja sowieso nicht. Jahrelang hatte er sie wie einen Christbaum mit seinen Problemen und Sorgen behangen und als die dann verwelkt war, fiel es ihm zu spät auf. Er tritt ins Zimmer, blinzelt gegen das plötzlich sehr hell gewordene Licht. Mit sicheren Schritten durchquert er den unnötig großen Raum, geht mit sicherem Schritt zum Bett und gibt ihr einen Kuss auf ihre Lippen. “Wie jedes Jahr,” flüstert er “scheinst du deinen liebsten Lippenstift zu tragen, deinen liebsten rosa Lippenstift.” Und er behängt sie weiterhin mit seinen Erzählungen und Problemen und wird nie fähig sein, sie aus sich selbst entfliehen zu lassen.

:D Ich hatte mal wieder nen genialitätischen Schwung und wollte das niemandem von euch vorenthalten. Einige Elemente von mir sind darin versteckt, ein paar Impressionen aus meinem Weihnachtsfest (welches übrigens sehr schön war :) ). Ich hoffe, die Geschichte deprimiert euch nicht zu sehr. Wie immer fällt es mir schwer, wirklich gute Wendungen reinzubringen xD Aber das ist dann halt so ziemlich mein Beitrag zur weihnachtlichen Kreativität – eine kleine Kurzgeschichte. :heart:

3 rettende Lösungen

  1. Mrs. Elch (25. Dezember 2009)

    SEHR GEIL SEHR GEIL.
    Woha hab richtig Gänsehaut bekommen.
    MEHR
    MEHR
    MEHR!

    *drück*

  2. romy (27. Dezember 2009)

    Schöne Geschichte (:
    Und ich hoffe du hattest auch schöne Weihnachten?
    Bei mir war es ganz schön. Heiligabend war gemütlich mit vielen Geschenkchen und die nächsten 2 tage bei meiner Tante waren auch gut. Hab mich sehr vollgefressen, hehe xD
    Wegen der Handynummer können wir ja noch austauschen, aber dann lieber über icq oder so (:

    Liebe Grüße, romy. <3

  3. Patty (27. Dezember 2009)

    es ist sehr schön.
    und auch sehr schön das dein weihnachten so gut gelaufen ist. x)

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